Foto-Galerie "Basler Fasnacht"
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Die Basler Fasnacht ist das gross Fest der Basler Bevölkerung und wird von ihr liebevoll "die drey scheenste Dääg" bezeichnet. Sie ist die grösste Fasnacht der Schweiz. Sie beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4:00 Uhr mit dem "Morgestraich", dauert exakt 72 Stunden, endet also am Donnerstagmorgen wiederum um 4:00 Uhr mit dem "Ändstraich". In dieser Zeit wird die Basler Innenstadt von den Fasnächtlern beherrscht, die in ihren Cliquen durch die Strassen, Kneipen und Geschäfte ziehen.

Die Basler Fasnacht unterscheidet sich stark vom rheinischen «Jecken» Karneval. Dafür sorgt schon die strikte Trennung zwischen Aktiven und Zuschauern. Die Aktiven verkleiden sich, die Zuschauer schauen in ihren Strassenkleidern zu und sind unmaskiert.

Ein wenig Geschichte

Die Geschichte der Basler Fasnacht verliert sich im Dunkel der Vergangenheit. Dazu beigetragen hat das verheerende Erdbeben, welches 1356 unsere Stadt und damit auch die Dokumente über die Fasnacht weitestgehend zerstört hatte.

1376, am Tag vor Aschermittwoch, fand auf dem Münsterplatz ein Turnier statt, bei dem sich die Bürger von den Rittern provozieren liessen. Die Bürgerschaft griff zu den Waffen und vertrieb die Edelleute, von denen beim Tumult vier ums Leben kamen, In der Folge wurden 12 Bürger enthauptet und Kaiser Karl IV. entzog der Stadt durch Verhängung der Reichsacht dem Schutz des römisch-deutschen Reiches. Dieser folgenschwere Tag ging in die Annalen Basels ein als die "böse Fasnacht" und gleichzeitig als älteste Nachricht über fasnächtliches Treiben

Aktuelle und Traditionelle Kostüme

Jeder der aktiven Fasnächtler trägt ein Kostüm mit einer Larve (Maske). Darunter werden das Gesicht und der gesamte Körper verdeckt. Der Träger des Kostüms ist nicht zu erkennen. Die Cliquen tragen, ausser beim «Morgestraich» und am Fasnachts-Dienstag, einheitliche Kostüme, die meist dem Sujet (Thema) der Clique angepasst sind. Oft sind die Larven Personen des öffentlichen Lebens (Politikern und anderen Prominenten) nachempfunden, manchmal auch Comic-Figuren oder Tieren. Es gibt aber auch traditionelle Larven, etwa jene die an die französische Armee der Napoleonischen Kriege erinnern, Harlekine, Alte Tanten, oder die vor allem bei Einzelpersonen und Wagencliquen beliebten Waggis-Larven.

Traditionelle Kostüme
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Traditionelle Kostüme
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Die Cliquen

Die meisten Cliquen haben sich für die Fasnacht ein sogenanntes Sujet (französisch für «Thema») vorgenommen, das während der Fasnacht präsentiert wird. Es handelt sich dabei um Themen der Zeitgeschichte, an denen in meist satirischer Form Kritik geübt wird. Die Sujets werden beim Morgestraich auf Laternen dargestellt. Beim Cortège sind auch die Kostüme, Larven und oftmals ein Requisit dem Thema angepasst. Praktisch alle Cliquen verteilen ausserdem passende Zeedel (Handzettel mit ironischen Versen).

Am auffälligsten sind die Pfeifer- und Tambouren-Cliquen. Diese spielen bei ihrem Gang durch die Innenstadt Märsche, ihre Piccoloflöten werden vom Rhythmus ihrer Basler Trommeln begleitet. Die Basler Innenstadt wird somit in diesen drei Tagen zur Bühne des grössten Pfeiferkonzerts der Welt.

Eine Clique besteht meist aus einem Vortrab (Platzmacher), den Pfeifern, dem Tambourmajor und den Tambouren (Trommlern), wobei deren Reihenfolgen manchmal variiert. Die Cliquen folgen dabei keinen bestimmten Routen (ausser am Cortège). Es kommt dabei immer mal vor, dass sich der Weg mehrerer Cliquen kreuzt. In dem Fall bleibt eine Clique stehen und wartet, bis die andere passiert hat.

Fasnachts-Clique mit Drummler und Pfyffer
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Tambouren

Die Tambouren spielen auf der Basler Trommel, einer Zwei-Fell-Trommel. Es gibt solche aus verchromtem Messing, neuerdings aber auch aus Carbon und Holz. Sie wird aber auch in der ganzen Schweiz von anderen Tambouren-Gruppen benutzt.

Tambouren mit der Basler Holz-Trommel
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Tambouren mit der verchromten Basler Trommel
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Pfyffer

Das Instrument der Pfyffer ist das Piccolo. Das Basler Piccolo ist als solches nie erfunden worden, sondern war ursprünglich nichts anderes als eine halbe "normale" Querflöte - eben eine Piccolo-Querflöte. In einer Clique marschieren die Pfyffer meistens hinter den Tambouren. Die Reihenfolge kann aber variiseren.

Pfyffer-Gruppe
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Pfyffer
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Pfyffer-Gruppe
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Pfyffer
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Tambour-Major

Der Traum jedes Basler Junge ist es, einmal ein Tambourmajor zu sein . Der Tambourmajor ist der Chef der Clicque. Er trägt die grösste Larve und dirigiert mit seinem typischen Stock seine Trommler und Pfeiffer.

Ist die Basler Fasnacht ein Abbild verflossener miliärischer Traditionen, so erscheint dabei eine Figur ganz besonders als martialische Gestalt - der Tambourmajor. Seine Grösse, sein Larvenschmuck und Kostümstoff vermögen die kriegerische Herkunft nicht zu verbergen. Und auch sein Titel "Major" bezeichnet unverkennbar militärischer Rang.

Tambourmajoren in ihren grossen Larven
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Vortrab

Der Vortrab schreitet an der Spitze des Cliquenzuges. Er ist ebenfalls kostümiert, spielt aber kein Instrument. Er bahnt der Clique den Weg durch die Strassen und Gassen, und verteilt den Zeedel. Steht man als Zuschauer einer Clique im Weg, wird man vom Vortrab freundlich aber energisch beiseite geschoben.

Der Vortrab, die Spitze der Clique
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Gugge-Musik

Neben den pfeifenden Cliquen nehmen Guggenmusik-Gruppen mit Blechblasinstrumenten an der Fasnacht teil. Diese sind allerdings nicht beim «Morgestraich» anzutreffen, sondern nur bei den Cortèges am Montag und Mittwoch und an den Abenden, insbesondere am Dienstagabend bei den Gugge-Konzerten.

Gugge-Musik-Clique
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Gugge-Musik
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Gässle, Einzel-Masken und Schyssdräggziigli

Neben den mehr oder weniger organisierten Anlässen wie «Morgestraich», Cortèges (Umzüge) und Guggenkonzerte existiert eine freie Form der Basler Fasnacht, das sogenannte «Gässle». Diese Tätigkeit findet unter den nicht organisierten Fasnächtlern und ausserhalb der offiziellen Umzüge statt. Vorallem Abends treffen sich Freunde zusammen und marschieren ohne Routenplan durch die engen Gassen der Innerstadt.

Nicht nur organisierte Cliquen ziehen durch die Strassen, sondern auch viele Einzel-Masken und kleine Gruppen in unorganisierter Form und Route. Die kleinen Gruppen werden als «Schyssdräggziigli» bezeichnet. Die Einzel-Masken nehmen die unmaskierten Passanten hoch und intrigieren sie, oder bewerfen, beispielsweise als Waggis kostümiert, «ahnungslose» Zuschauer mit Konfetti (im Baseldeutsch "Räppli" genannt) beziehungsweise stopfen es diesen auch mal in die Jacke.

Einzel-Masgge
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Einzel-Masken
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Schyssdrägg-Ziigli
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Schyssdrägg-Ziigli
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Schyssdrägg-Ziigli
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Waggis

Der Waggis ist eine der Ur-Kostüme der Basler Fasnacht. Er stellt einen Elsässer Bauer in traditioneller blauen Bluse, weisser Hose, Holzschuhen, Zipfelmütze und einer Maske mit grosser Nase dar. Der Waggis lässt sich am Umzug auf einem Wagen herum chauffieren und verteilt den Leuten Konfetti, Bonbon’s, Orangen, Blumen, usw.

Waggis
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Waggis
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Waggis mit den grossen Nasen ("Zingge")
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Ladärne

Jede Clique führt eine Laterne mit sich. Es sind eigentliche Kunstwerke und werden auch von bekannten Künstlern geschaffen. Sie sind die Visitenkarten jeder Clique.

Die über 200 Laternen, auf welchen die unzähligen Sujets persifliert, karikiert und mit Mundart-Versen ergänzt dargestellt sind, werden am Morgestreich, sowie am Cortège am Montag- und Mittwochnachmittag als leuchtende Mittelpunkte mitgeführt.

Im Verlauf des Montagabends bringen die Cliquen ihre Laternen auf den Münsterplatz. Dort entsteht für die Zeit bis Mittwochmorgen die wohl grösste temporäre Open-Air-Kunstausstellung weltweit.

Es herrscht eine magische Stimmung, wenn die Laternen an den beiden Abenden beleuchtet werden und Fasnächtlerinnen, Fasnächtler und Publikum die grossen und kleinen vergänglichen Kunstwerke bewundern und bis ins Detail studieren.

Laternen Ausstellung auf dem Münsterplatz
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Viele Besucher an der Laternen-Ausstellung auf dem Münsterplatz
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Laternen einpfeifen

Das «Ladärne yypfyffe» (Laternen einpfeifen) findet am Sonntagabend vor der Fasnacht statt. Dabei werden die (meist) noch verhüllten Laternen vom Atelier, wo sie gefertigt wurden, an den Abmarschort der Clique in der Innenstadt getragen oder gezogen. Begleitet werden sie dabei von Pfeifern. Die Tambouren (Trommler) lassen an diesem Anlass ihre Instrumente zuhause.

Die Laternen werden aus dem Atelier des Laternenmalers geholt und dabei eingepfiffen
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Morgestraich

Der Morgestraich am Montagmorgen um 4:00 Uhr ist der Auftakt der Fasnacht. Zu diesem Zeitpunkt wird die Innenstadt vollständig verdunkelt. Die Basler Stadtwerke schalten die Strassenbeleuchtung aus. Das einzige Licht kommt von den Laternen der Cliquen, die darauf ihre Sujets präsentieren. Vor den Cliquen wird eine grosse, bis zu 4 m hohe Zuglaterne getragen oder auf einem Wagen gezogen. Die Aktiven tragen zudem eine Kopflaterne. In einigen Cliquen sind diese einheitlich und dienen als Erkennungsmerkmal für die Zugehörigkeit zur Clique, da die Fasnächtler am Morgestraich traditionell keine einheitlichen Kostüme tragen. Diese offene Kleiderordnung wird "Charivari" genannt.

Auf das Kommando «Morgestraich, vorwärts, Marsch» ihres Tambourmajors setzen sich die Cliquen in Bewegung. Alle Cliquen trommeln und pfeifen zuerst den gleichen Marsch, er trägt dabei den Namen «Morgestraich».

Warten bis 4 Uhr
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Morgestraich vorwärts Marsch
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Leuchtende Laternen, jede ein Kunstwerk
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Laternen am Montag früh in der Innenstadt
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Cortège

Als Cortège werden die Fasnachts-Umzüge bezeichnet, die am Montag- und Mittwochnachmittag durch die Innenstadt stattfinden. Die Umzüge laufen auf zwei festgelegten Routen, einer inneren und einer äusseren, die gegeneinander verlaufen. Die Umzüge laufen nicht, wie zum Beispiel die Rosenmontagszüge in Köln und Mainz, von A nach B, sondern zirkulieren, wobei jede Clique an einem anderen Ort auf der Route beginnt, aber auch spontan ihre Pausen festlegen. Aus diesem Grund gibt es keine feste Reihenfolge der Cliquen, sondern diese ändert sich immer wieder und ist nicht vorhersehbar. Deshalb legen die Basler denn auch Wert darauf, dass es sich eben nicht um einen Umzug handle, sondern um einen «Cortège». Ein französisches Wort, das die Nähe zum nahen französischen Elsass zeigt.

Wagencliquen

Während der Umzüge zeigen auch die Wagencliquen ihre meist aufwändig dekorierten Fasnachtswagen, auf denen sie ihre Sujets umgesetzt haben. Von den Wagen werden Süssigkeiten und Obst an die Kinder verteilt und Blumen an Mädchen verschenkt. Wer allerdings keine «Blaggedde» (Plakette) trägt, braucht gar nicht auf die Wagen loszulaufen, er wird höchstens eine Ladung «Räppli» (Konfetti) erhalten. Etwas zivilisierter geht es bei den Chaisen d.h. Kutschen her. Diese werden von 2 Pferden gezogen. In der Kutsche sitzen meistens 2-4 noble "Alte Damen", die Täfeli für die Kinder, Mimosen und andere Blumen verteilen.

Chaise
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Chaise
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Wagen-Clique
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Kinderfasnacht

Die Kinder-Fasnacht findet am Dienstag statt. Auch hier gibt es wieder Umzüge durch die Stadt, allerdings zeigen sich nicht die Cliquen in Gruppen, sondern vor allem Familien mit ihren Kindern. Manchmal haben auch befreundete Familien gemeinsam einen Wagen hergerichtet. Die Kostüme der Kinder sind individuell und meist selbst geschaffen. Oft im Kindergarten, oft aber auch im Warenhaus gekauft. Sie verkleiden sich in ihre Traum-Figuren: die Fee, Cowboy, Waggis, Prinzessin etc

Aber auch die erwachsenen Aktiven ziehen durch die Stadt, meist in ad hoc zusammengestellten kleineren und grösseren Gruppen. Da sie aus verschiedenen Cliquen kommen, sieht man die unterschiedlichsten Larven (Masken) beieinander.

Dienstag: Kinder-Fasnacht
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Strahlende Kinderaugen
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Dienstag: Kinder-Fasnacht
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Impressionen am Rande der Fasnacht

Zur Fasnacht gehören nicht nur der Morgestraich, Cortège und die Kinder-Fasnacht. Links und rechts findet man auch dies:

Infrastruktur
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Gugge-Larve und -Instrumänt
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Ein bisschen Pause - bald geht es weiter
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Fensterschmuck
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Larven warten auf die Fasnächtler
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Wo sind die Fasnächtler?
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Kurioses
(Uebernommen aus "https://de.wikipedia.org/wiki/Basler_Fasnacht")

 

 

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